Schweigemauern

Und täglich grüßt das Murmeltier …

 Die Gestalt verhöhnt 
verborgen die Haut mit Narbenästen
versiegelt der Mund mit Küssen verdornt
Familienchronik ummauert getarnte Verließe
keiner gesehen keiner gehört
das Schreien die Tränen
das Klatschen auf Haut die Schwielen der Seele
keiner gewollt sich geschämt
für Schönheit und gering die Rente.
Vater, mein Vater hörst du nicht
was Erlkönig mir leise verspricht?
Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an 
nicht Erlkönig, mein Herzensräuber, der Mann, mein Mann
hat mir Leids getan.
 
Und an jedem 3. Tage gefallen nicht wieder auferstanden,
die Gräber der Mütter und Frauen mit Schleifen geschmückt:
Zu oft umsonst gelächelt.






					

Novemberlicht

Novemberlicht
Wer das Licht sehen will
muß zurückweichen
in den Schatten.
Milch über weißen Rosen 
im Grüneburgpark
die Hochhausskelette fallen im Dunst
die Zapfen der Kiefer ein Flechtwerk aus Glas
liege ich am Kissen der Nacht
eins im Dunkel
Novemberlicht

Des Nachts

Abgeräumt  
der Tag iöst sich 
in Richtung Abend  
ich denke 
in die Dunkelheit
wächst an zu schweren Tönen 

ich zupfe
ihre fusselige Ruhe
nächtliche Kälte 
sickert aus den Wänden 
die Stille lastet bleiern 

an der Oberfläche  
ich atme in die Nacht 
und meine Sorgen
sie vertrödeln hier 
mit mir die Zeit
wie immer stumm gelehnt in
irgendwelchen Ecken
Schlaflosigkeit
ich zähle sie und
ordne sie nach Klang 
nach Farben

die Luft leert sich 
und mich beschleichen 
ernste Zweifel ob
je ein Morgen kommt

Sport

Freche rotzen
p_rotz Verhalten
Schleimen der Spiel_Fläche
Spiegel

allem.  läuft die Nase.Finte
die Kugel.
dann_ach Pfeifen
mit Verstand
Anstand.
Schuss An_
Schluss zum Schuss
Schluss_stand
des Eroberes Rotz und W..
in trocknen Tüchern
Halaliprotzen
wir Spieler 

Zeit

Manchmal kann ich sie greifen
Dein Gesicht
Ihre Wünsche, hochfliegend ihr
Ich will!
Tage, Monate, Jahre werden
Ein ganzes Jahrhundert.

Die Tochter, das Kind, der Mann
Deine Haut
Ihre Erwartungen, fest, klar
Zukunft gebaut!
Gestern, heute wird morgen, übermorgen
Ein ganzes Leben heißt: Immer.

Manchmal kann ich sie greifen
Dein Gesicht
Unsere Sehnsüchte, hochfliegend für
Aber Jetzt!
Tage, Stunden, Augenblicke sind
Ein ganzes Leben.

Eine verlorene Sache

Erde wird begraben und
mein Haus kracht in den Fugen,
es ist voller Ende.
Ich bin die flüchtigen Vögel
und die Wälder in den Wüsten.
Staub tanzt
auf meinem Kopf,
Feuer wütet hinter meiner Stirn,
Erde wird begraben …

Wenn die großen Regen fallen

Wenn die großen Regen fallen
die Häuser in Sümpfen
unter Dächern schweben beben
zähle ich Bein und Sein zusammen
werde auf Ariadnes Panther
über Inferno
über das Grollen tosender Ozeane fliegen

versuche die Winde die Gletscher
die Wüsteneien der Menschen
mein Los zu zähmen
den Geist aus der Flasche
durch Verzicht zu betören
auf ein menschlich gemäßigt Maß zu zwingen.

 

Trostblau

Blau legt sich die
Erinnerung in meine Handvoll
Glas. Ein blaues Kästchen.

Glasfluss. Wie ein Geheimnis.
Immer weiter zieht.
Am Grunde blitzende
Lichttupfen. nehmen
die Kälte von den Augen.

Weich und geschmeidig
schmiegen sich die Finger
wärmen kleine Hände. Ich
berge meinen Kopf
hinter der blauen Haut.

Von weitem spüre ich den
Duft verwehter Stimmen.
Wächst Sonnentag um mich
schmeckt wie aus Licht.

Streut Blau Vergessen
in den Schlaf der
Schlafenden.

Ich finde neue Namen
für alles in mond-
blauem Schwingen.