Zusammen kehren

Wenn Müllmänner vor Konfettibergen im Walzertakt schwingen
mit Hexen und Schranzen verkehren die nicht hingehören
ist es verkehrt wenn man zusammen kehrt
denn wieder und immer wieder berührt es klingt es
Melodie zur Faschingszeit

In Märzenbechern

In Märzenbechern blank um Haus und Hof gespielt
am Rande wo Chlor und Rost die Scham verbiegt
unter Haubenhütten Liliput gemimt
wieder und immer wieder gelingt es
immer wieder drängt es
Krokoskant gelbe Spitzen im braunen Grün zu finden.

Turmfall

King Kong hat seinen Turm verlassen
tiefe Höhlen blicken stumm aus Dschungeldelta
kein Trommeln über Western Banken
Fäuste tragen Laptop-Taschen
zwischen Rippen Monitore. 

Streng die Lehren im Turm zu Babel
Wirre  und Wut und Finden im Anti
Menschen umarmt Epochen belehrt verlacht
viel Raum für Mono- Egomanen
mit kritischen Theorien Welten verändern
– großes Kino neue Sprache –
neue Schule in Krieges Staub gefunden
und für andere Riesen  Turm versenkt
grauer Moloch Asche umwölkt
Falken wollen Türme jagen.

 

Das Leben … (2014)

erzählt von Rosen Milch Prinzen
im Gestrüpp
von unvollendeten Küssen
Labyrinthe die den Faden verloren
Labore die entdecken und verstecken
von Plänen und zweiten Plänen und
von einem der auszog das Fürchten
zu lernen.
Mut und Segen im Gepäck atmet er
die Lockungen der Landschaft
die Wildheit der Schluchten und Täler
Berge die vor Meeren in Spalten sinken und
Dorian Gray  vielfach  auf dem Eis des
Moritzsee  das schwarze Eis wo die Kunst
das Gold der Husaren über Klavierlack
um  Wette und Kragen reitet
und ihm gruselte.

Er sah Verheißungen in Gesichtern
die sein Ufer säumen
in Jahren
zusahen seinem Rudern auf der Stelle
ganze Reihen glatt und kalt
wunderte sich über DornenRippen
die ihm den Schlaf durchstechen
wartete lang geweilt auf das Hosianna
schrie und war hinweg gehoben
ihm war heimelig.

Das Messer zum Traum

Die stille blaue Stunde
läßt mich mit dem Tage sterben
läßt silberne Sichel
vom schwärzenden Himmel fallen

Wellen von Wermut schlagen
auf meinen Stahl
deinen Hals zu greifen
ich falle steige
schriller Ton im Ohr verstummt
gehörnter Traum
Gelegenheiten
verloren zwischen Tag und Nacht

Wortbruch (2013)

Wortbruch Stimmbruch Wolkenbruch
in der Bruchfeldstraße
Rohrbruch bei Sauerbruch
repariert Dammbruch
vergeht sich und
erbricht sich übers Knie
beim Wortgebrecht
und
erleidet Leistenbruch
beim Durchbrechen der
Kanäle

Vernetzungen in Farbe (2013)

Licht versorgender Stränge öffnen Zargen im grauenden Dämmern,
dein Purpurin-Rubin fließt mir im Pulse voll Schimmer entgegen,
unverschämter Glanz auf Gemüt Augapfel
durchwehst du hochstehend Kornblumenfelder,
klatscht schwarz umrändert zu Erde und Staub:
das Rot, das unbeugsame Rot,
ohne sich in Monets jauchzenden Wogen erkannt zu haben,
vollendet die Milch des Mohn das Leiden zitternder Lippen,
den Schlaf, Morpheus, ewiglich zu besingen.

Aurora, deine Wärme blendet meinen Flamingomund,
die Stoffe der Venus grüßen Tizians Krapplack-Kardinäle
deren Glut von Augenblicken spiegeln Haut und Gefäße,
die Flügel des Rausches erheben in Opfern und Schlachten,
in Messen voll Zauber von Blut von Gedärme Gedanke ertränken.

Kannibale, das Kraft spendende Rot in dir liebend, voll Furcht betrachtet,
rote Beeren und Früchte verzehrend, reibst zart am Rosenquarz,
schau auf das Buschwind-Blaue Schwingen des Abends über Meereshöhen,
im Erkennen der Streifen von Korallen,
in Thanatos Arme liegend,
das Tamburin-Scharlach der Nacht.

Rollers Rote Skipper (2013)

Rollers Rote Skipper
durchschlagen Bahn und Wahn
essen rote Grütze
in Frankfurts Rotem Hahn

Rossis Rote Rosen
versetzt mit Alpenglüh’n
lässt wunde Herzen pochen
in Hamburg Frankfurt Wien

So rot dein Tod so weich dein Haar
entzücken schmücken rote Wicken
mein Beingeschmeide auf Altar

Komm wir gehen zum Basar
und kaufen uns ein Dromedar
mit Orange Spektakel-rotem Haar.

Nachbarsgärten (2013)

Alles geben die Götter, die unendlichen,
ihren Lieblingen ganz,
alle Freuden, die unendlichen,
alle Schmerzen, die unendlichen, ganz. (J.W.v.Goethe)

Nachbarsgärten

Nächster nah Haut über Häute genäht
kleingeredet die Tritte in Kopf und Bauch
beisam zweisam den Herbst in Blättern halten
bar im Schall der Pfahlwurzel-Zwillinge erstarrt.

Ich locke den immerwährenden Alb zu weilen bei
Salbei und Koriander umfangen von Schlehen und Butte
die geschliffenen Mauern zu ersteigen
zu gleiten in den Rosenhag gehörnter Ränkestab.

Dämmriger Grund im Garten der Minne
Hero und Leander am zu tiefen Wasser vereint
besingen oh Schmerz die trennenden Wogen die
die Kraft zwischen sehnenden Liebenden meint.

Leite den Blick in den Garten der Lüste
Erschauern vor Siegmund Sieglinde Bruder und Schwester
sich fordern das Blut der Wälsen zu mehren
im Spiegel erkennen brennen
oh Gott der Wut
mein Ebenbild mein nächster.

Hinter Hecken die Herden schützt
wächst am Baum das Erkennen
Himmel und Hölle in Schlössern aus Wermut
Kern an Kern die neuen Früchte reifen
in Nachbars Gärten zuweilen.

Die Brücke (2013)

Steg Steig
dehne weite
lenke über Schlucht und Tal
wache hebe über Gräben
schütze trenne voneinander

hänge über leite Wasser Aquädukte
Bogen wachsen Autobahnen
schwindelnd über Brenner Pässe
jagen Tunnels Brücken hin zum Süden
Ponte Arno Vecchio
gekrönt von Häusern Handel

Alte Brücke Neue Brücke
binden Stadt Erleben
Schlösser zeigen Liebesbande
Wandern über Schiffe Kähne
entzünden Türme weißer Nebel
hoch schweben Möwen inmitten
des Eisernen Steges