Der Alte vom Berg

Die frühen Bilder waren längst verblichen,
die Jugend in verschnürten Alben eingestaubt.
Der Alte neigte traurig sein ergrautes Haupt.
Sein Blut war ihm aus dem Gesicht gewichen.

Wie doch die Kinder sich in ihrem Streite glichen,
stets  hatte er an ihre Liebe blind geglaubt.
Vor Jahren hatten sie sein Haus geraubt,
jetzt war die Zeit der Ruhe endgültig verstrichen.

Erwartet würde er in einem Heim im Tal.
Das Blut kocht ihm vor Wut in seinem Leib
und junge Kraft treibt ihn zu seinem Ritual.

Sie starben so wie einst sein Weib. „Ich bleib
auf meinem Berg und will kein Abendmahl.“
Dem Alten wird ein böser Traum zum Zeitvertreib.