Fes, Du erhabene Stadt (2011)

Tausend Jahre und mehr stehst Du Erhabene dort,
Wie ein Edelstein schön schimmerst Du herrlich.
Ich betrachte Dich oft
Ehrfurchtsvoll, Krone der gläubigen Welt.

Grüne Schöne, Du drängst eng an die Flanke Dich
Hingegossen am Berg, Fes Du heilige Stadt.
Steingewordene Wohnburg,
Hochgerichtet die Mauern alle.

In die Himmel hinauf steigt Dein Gebet zu Gott,
Zieht in magischem Kreis weit über Berg und Tal.
Gleich Sirenengesang
Lockt er Gläubige in Moscheen.

Tief in Gassen gedrängt wimmelt das Menschenvolk,
Stets auf Handel bedacht tätigen sie ihren Tag
Furchtsam, gläubig befolgend
Deiner strengen Gesetze Maß.

Farbige Märkte zu Hauf, Früchte, Gemüse bunt
Neben Schwaden von Rauch, würziger Weihrauchduft,
Blut, Gedärm, tote Fische.
All das macht unsre Sinne schwer.

Brunnen schenken ihr Nass üppig aus kühlem Quell.
Schatten spenden die Parks, dicht überwuchert von Grün.
Palmen wiegen die Häupter,
Jacarandas, ihr Duft blüht blau.

Einst warst fremd Du mir, fern, streng und abweisend gar,
Trau ich heute Dir ganz, finde ich Heimat in Dir.
Voll Vertrauen belausch‘ ich
Deines täglichen Lebens Lied.