Feuerland

Allmählich die Felder im Braun versinken
die Wälder glühen
die Haut ohne Wasser Wangen zerfurcht wie
Wadis vertrocknet in Hitze und Glut.
Die Palmen tragen keine Datteln mehr
verdorrt die Früchte am kahlen Stamm.
Das Grün der Oasen weicht der Wüste
und stirbt.

Das Haus im Feuer, das Abendland glüht.
Das Gestern ist ein anderer Kontinent.
Rauch über Paris Notre-Dame in Flammen,
800 Jahre Geschichte der Menschen, Kriege
Revolutionen du wundenreiche Mitte aller erlebt.
Die Rosetten erstrahlen ein Sturm von Feuer und Rot
der Dachreiter fällt.
Die Heiligen verstummen von Scharlach umhüllt
die Wasserspeier in Licht und Trauergesang.
Die Seine trägt Asche
Weinen und Beten im Schwefelgelb.
Das Dach, Stämme von 800 Jahren „Der Wald“,
bereit zu sterben in Flammen von 1000 Grad.
Der Himmel, die Stimmen der Vögel,
die Erde, sie brennt.

Und tief wie Tinte die Nacht,
der Mond mit kühlem Atem.