Friedberger Platz

Ein Flecken, rauschender Verkehr,und
Zelte, Wagen, Schirme weit gespannt
unter Akazien. Sie werfen lange Schatten
in den Tag. Die Tische, Bänke stehen unter sich,
bewachen diesen Platz jahraus jahrein.

Am  Morgen sind die Waren noch allein,
sie harren ungestört der Dinge, und mit geschäftigem
Rangieren wird alles hier zur Ordnung.
Die Früchte, Fische, Fleisch aus unkenntlichen Stücken,
ein Mosaik aus edlem Käse, Blumen, Wein,
und alles federleicht geschichtet.

Strenge Gerüche mittags, Rauch vom Grill
beißend gewürzt legt behutsam sich auf Platz
und Menschen. Mit wässrigem Gelüst im Mund
eilen die Ersten, heißhungrig schütten sie und
schlucken und verschlucken sich an dem
Gebratenen, und alles muss sofort!

Im frühen Dämmer strömen sie  in ihrer
Sehnsucht nach Verbrüderung, da hocken sie
Gemeinschaftsinseln,kuscheln Freundschafts
Rituale, sie demonstrieren Attraktivität
und inhalieren gierig Nähe. Stieläugig
umrunden Gaffer diese Inseln der Glückseligkeit.

Und Muttergluckenkreise umscharen
ihre Brut, rundgeschweißt in Harmonie.
Und das Geschnatter sinkt in Dunkel.
Und Gläser überall, zerschellen sie an Tischen,
unter Händen. Und klobige Gesänge von
Betrunkenen. Die Lampen leuchten letzten Gästen,
die stehen unbewegt wie Ladenhüter, als gäbe
es kein morgen. Und alle kehren wieder.