Gasthof zum Strauß

Auf altmodischem Bild mächtig
geballte Federn ein Vogel Strauß in der
Savanne geritzt in rote Mauer
einer Bank am Kornmarkt Ffm

steht dort seit vierhundert und
vierzig weit entfernten Jahren. Ich
sehe ihn im Geiste vor mir auf
Schuppenbeinen grau in grau

wuchtet er quetscht er zwischen
Wänden ausgestellt zum Zweck der
Show und des Profits. Wankt er
mäandert Federboa krümmt den

Hüftschwung schmal um Kurven
löffelt tristes Leben Kopf hoch
im Mond über manch frecher Nase
emporgereckt voll Neugier. Da

setzt es sicher Wadentritte hackt
auf Köpfe. Die Straußenaugen schatten
vorgewölbt und Wimpern flehen
Sehnsucht nach Barbariens

tunesischen Gestaden die Zunge
lappt und plappert afrikanisch
und schaurig tönt des Nachts sein
Weinen bis zu spätem Tod.