Im Sand

Hunger, Angst und Krankheit wühlt
die Seele, gelebt ohne Rettung, Schrei
in Not. Ausweg, Aufbruch Richtung
Norden, dort Hilfe Hoffnung.

Fremde Menschengestalten, das
Traumsandkorn im Tränenauge
und sanft zur Ruh den Kopf gebettet
auf Schattenarmen friedlich in
den Schlaf, bequem dem Tod.

Einst, in andern Schreckenszeiten,
krümmten hier, aus Futter- Wasser-
Mangel auch die Tierkadaver, das Fell
gegerbt in raues Leder, Rippen,Rückgrat
todgebogen, zu Porzellan gebleicht,
durchscheinend blau auf hellem
Sand, poliert zu zarten Kostbarkeiten.

Wie zur Schau gestellt auf weißem
Grund heute dunkle Engel, liegen sie
anmutig tief im Schlaf und ausgeliefert
schwarzer Sonne in diesem Meer aus
Sand, zur Unzeit hier gestrandet, früh
gefesselt an den falschen Tod.