ECHO 4

Susanne Thauer   JOSH. EIN KNABE

Einer, der sich zurückgezogen hat.
Schmal, blasse Gestalt, durchscheined fast,
Glanz hinter den Augen, Kopf geneigt
in Unverbindlichkeit, Lächeln verlegen, absichtlich.
Zuflucht hinter Zustimmung, ohne Ziel.
Greifbar nie, fern in Nähe, zum Dasein
unklar entschlossen, Leichtgewicht
im Leben. Sein Wunsch, seine Entschieden-
heit, nicht teilzunehmen, in Träume
verwirrt, zu groß alle Anstrengung,
Existenz an losen Fäden.

Endlich hast du Wohnung gefunden.
Unfall, Krankheit selbstgewählt. In
schützendem Hort, einziger
Höhle, da niemand dich fordert,
alles dir Sicherheit. Nur – Schutz wem?

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Andreas Werner Friederich   DER KNABE, DENNOCH AUF DER NABE

Es hat den Anschein, er sei,
fängt alles kleinbuchstabig an,
durch das der Wind nur kleine Wirbel lässt, Hauch niedert ein.

Ich sah ihn neulich mit einem Korb voller Rüben,
deren Farbe oranges  Mittegelb zwischen Hitze und Abend
Du meinst, dann sei er älter, er lächelte,
jedenfalls war er mir in seiner wissenden Abgeschiedenheit
ein Ungestörter. Ich kenne diesen Knaben, eher einer, wie Mose ins Boot gesetzt, dass er behütete Erlebnisse umfuhr, umschaukeltes ich. war dabei ohne all zu große Anstrengung, die Du marmornes beschreibst, er ginge unter.
Existenz an Farbenfäden, Schlemmersonnenblumenruhe, rehleichtes Wortebeißen, immer gedreht
die Erlebensnabe. Knabe, sirrt und flirrt dir  Flügelflechte, doch bleibe. Zur Seite
vieltüchtig ameisenhaftes  Verlaufen, den Stamm hinauf erlebt, liegt Grün unter dem Blau, Wolkenweiß das reitet seiner Träume fremde Köstlichkeit und irgendwann liegt dieses Überdemkopfaquarell auf seinen tragenden Armen,
diesem Knaben dieser Teppich.
Eine Altardecke, eines Träumebetts würdige Seelenruhe. Römische Freude des Schweifens, toskanisch Jüngling.
Sein Wunsch sein. Mit Berninis Schönem im Gespräch, vielleicht Zuflucht und Zustimmung. Sich_ er, sicher , Flucht.  Wer ist im anderen gerecht. Zu wohnen.