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Andreas W. Friederich

Bis auf das letzte Hemd

Bissige Flucht zur Sucht,
nähme gefangen mich,

dass mir mein Leben bleib,
streiten im Zeitvertreib,

Manschette hemdsteif sein
blink über schonerblank

Geld im Witz, fingerspitz
Golddollar, Rausch im Sitz,

kam da wer, leicht, dann schwer,
kümmertest unverblümt,

Kummer gedankenleer,
Trümmer, Kostümchenehr,

haste was, biste Spass,
lach was, wer schüttel sich

Stund zu Tagen eingecheckt,
bleibe ich Gard‘robengeck ,

riss mir das Wendehemd
endend mit Huhn im Dieb,

Jammerlapp überblieb,
Seelenhaut ungewiegt,

Hemd am Ast, Rast die schwingt,
letzter Biss, Holz zerplatzt,

dass mir das Leben bleibt,
Zärtlichkeit unverschneit
Zeitgeleit Park and Ride,
Copyright.

 

Ralf-Rainer Rygulla

neunundzwanzigster September

nur eine Wahrheit, das reicht doch nicht     wenn ich nachts auf Streife geh
mit gedimmten Scheinwerferlicht     ferne Stimmen voll Ach und Weh
ist es Psycho, ist es Gicht   Mitleid mit dem wunden Reh?
ein Verlust von Gleichgewicht   wenn ich auf der Leitung steh
aus der Höhe aus der Luft    wenn die Fakten explodieren
raubt die Sinne mir dein’ Duft     komm ich näher auf all’n Vieren
kanns nicht glauben wer da ruft     schwer hysterisch nach 3 Bieren
Liebesworte schnell verpufft    Trauer lässt sich tätowieren!
der linke Fuß geschwollen     Diagnose Zuckerkrank
in Panade sich zu rollen     dir und mir und ihr zum Dank
alter Mann in weißen sneaker     ein Gärtner ohne Garten
Nachbarn ham ihn auf dem Kieker     die können lange warten.
Schlager lügen nicht, oder?     oft gerügt für dein Betragen
und im Keller stinkt der Moder     dahin hats dich jetzt verschlagen
und die Hoffnung tot und toter     nen neuen Anfang den verbot er
wollt hier nichts nie mals wagen     erst ein schwarzer jetzt ein Roter
guck wer kommt mir da entgegen     noch ne Wahrheit kommt gelegen
hier ist was – das Etwas hat was     ist das Segen oder ists nur Regen
schlepp mich lang auf steilen Wegen   keinen Schimmer keinen Hass
nur die scheiß freundlichen Kollegen   machen mich vor Zorn ganz blass
stell jetzt so ein Fuß vorn andern     Mensch ich wander, ist das krass
werde jetzt Reserven plündern   halts Maul, mach dich nicht gleich nass
das alles ist ein Durcheinander     und die Wörter sind wie Scherben
die zu erben heißt verderben     stumm will ich um Sinn jetzt werben
Phrasen dreschen, hallo blablabla     eingezogen in Walhallala
ein Wühltisch voll mit Gut und Böse     Sprechverbot und Krawallala
ich zeige dir meine Patrone     du hältst dagegen als Friseuse
mit der unsichtbaren Krone     bin ich Medium oder nur Friteuse?
oder todbringende Bohne     Love will tear us apart again
hier steh ich ohne-aber, ohne wenn     ein selbstvergessner Gentlemen
auf dynamitbeschwertem Throne     teilen wir jetzt hier unsre Wut
das Versprechen einer Drohne     tbc – to be continued …

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