Schlafende Stadt

Ich bewege mich in
sahniger Luft das hitzegeplagte
Land unter den Lidern.

Auf uralten Boden
drängt der Himmel herab
hängt in Waben blau um blau
Licht schäumt wie Scherben sie
brennen über der Stadt im Hitzeschlummer
Sonne häuft ihre glastige Last
Häckselduft die Luft ist sattgesogen
und Stille leckt mit goldener Zunge
sie schmilzt zuckrig süß wie
Karamell auf sonndurchglühtem Lehm
Häuser gedeckt in dörflich
gebackenem Safrangelb
Kühle rettet sich sie
wühlt sich in erdige Winkel
aus dunkel klumpigem Ton
Kuppeldächer stehen brüsteschwer und
Sonnenatem folgt feurert voll Lust
unter wohligen Schauern.

Alles möchte ich berühren
spüre mit vorsichtigen Fingern
im weichen Lehmgeschling
die Strohstängel süß gedörrte Blüten
streiche über die handgeformten
Linien über Mauern
errichtet seit ewig in Menschenmaß.