Vernetzungen in Farbe (2013)

Licht versorgender Stränge öffnen Zargen im grauenden Dämmern,
dein Purpurin-Rubin fließt mir im Pulse voll Schimmer entgegen,
unverschämter Glanz auf Gemüt Augapfel
durchwehst du hochstehend Kornblumenfelder,
klatscht schwarz umrändert zu Erde und Staub:
das Rot, das unbeugsame Rot,
ohne sich in Monets jauchzenden Wogen erkannt zu haben,
vollendet die Milch des Mohn das Leiden zitternder Lippen,
den Schlaf, Morpheus, ewiglich zu besingen.

Aurora, deine Wärme blendet meinen Flamingomund,
die Stoffe der Venus grüßen Tizians Krapplack-Kardinäle
deren Glut von Augenblicken spiegeln Haut und Gefäße,
die Flügel des Rausches erheben in Opfern und Schlachten,
in Messen voll Zauber von Blut von Gedärme Gedanke ertränken.

Kannibale, das Kraft spendende Rot in dir liebend, voll Furcht betrachtet,
rote Beeren und Früchte verzehrend, reibst zart am Rosenquarz,
schau auf das Buschwind-Blaue Schwingen des Abends über Meereshöhen,
im Erkennen der Streifen von Korallen,
in Thanatos Arme liegend,
das Tamburin-Scharlach der Nacht.