Wortgefechte

In Liebe edler Worte wollt‘ ich einst
entwerfen goldne Verse auf dein weißes
Blatt. Doch lässt du mich ideenlos und
findst nur kühles Hohngelächter meiner

Seel‘ Empfindsamkeit. Dich schimpf‘ ich Geizhals,
Wortverweigerer und Unterdrücker
meiner Fantasie. Mit Scheidung droh‘ ich
dir, mit Kampf. Erhöre meiner Seufzer

Glut. Ich fleh‘ Befreiung aus der Tränen
Qual. Durchbrich das Nebeltal der Finster-
nis. Schick Bilder mir zum Sterben süß,

gewähre mir Umarmung, Dichterfeuer,
dass ich empfange Wort für Wort aus deinem
weißen Musenmund. Gönn Gnade mir!